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Gesundheitsnews





Elastografie an Sehnen, Muskeln und Faszien
Mit Ultraschall drohenden Sehnenriss rechtzeitig erkennen

Stadtlauf, Marathon, Firmenlauf – viele Hobbysportler*innen sind wieder auf den Straßen unterwegs. Das führt gleichzeitig zu einem Anstieg von Überbelastungen und Sportverletzungen. Expert*innen der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM) weisen darauf hin, dass die Elastografie als schonende sonografische Untersuchung zunehmend in der Sportmedizin eingesetzt wird. Die Ultraschallmethode eignet sich sehr gut, um Gewebsveränderungen in der Achilles-, der Quadrizeps- oder Patellarsehne sowie an Muskeln und Faszien zu visualisieren und ihre Funktionsfähigkeit zu beurteilen.

Die Elastografie ist ein modernes Ultraschallverfahren zur Messung von Elastizität – also Härte, Weichheit und Spannung - verschiedener Gewebestrukturen. In hochmodernen Geräten wird diese Elastizität der untersuchten Gewebe auf dem Monitor farblich sichtbar gemacht. Seit rund 15 Jahren wird die Methode zur Diagnose von Schilddrüsen-, Brust- oder Leberkrebs genutzt, da Tumorgewebe häufig härter und fester ist als gesundes Gewebe. Seit einigen Jahren wird vor allem die sogenannte Scherwellen-Elastografie zunehmend in der Sportmedizin eingesetzt. Aber auch die Strain-Elastografie mit Q-Analyse ist bei entsprechender Erfahrung zuverlässig genug. Sie eignet sich insbesondere zur Untersuchung von Sehnen und Muskeln. „Wie belastbar ist eine veränderte, schmerzhafte Achillessehne? Wie schlimm ist eine Muskelverletzung beim Sportler? Das sind Fragen, die wir mithilfe der Elastografie beantworten können“, sagt DEGUM-Experte Dr. med. Rainer Berthold, Orthopäde aus Wetzlar.

Vor allem bei Erkrankungen der Achillessehne, die durch Verschleiß infolge sportlicher Überbelastung oder durch Rheuma entstehen können, eignet sich die Elastografie besonders gut. „Um die weitere Therapie richtig zu planen, ist es wichtig zu wissen, wie belastbar eine Sehne ist und ob eine Ruptur droht“, erklärt Berthold. Standardmäßig beurteilen Mediziner*innen solche Schädigungen durch Tastbefund, konventionellen Ultraschall oder MRT. Nach den EFSUMB-Guidelines (European Federation of Societies for Ultrasound in Medicine and Biology) wird die Elastografie als zusätzliche Untersuchung empfohlen, um die Zuverlässigkeit in der Diagnose einer überlasteten Achillessehne zu erhöhen. „Mit der Elastografie können durch die höhere Sensitivität pathologische Prozesse entdeckt werden, die sonst verborgen blieben“, so Berthold. Danach entscheidet der Orthopäde, wie die weitere Behandlung aussieht: Ruhigstellung, Sportverbot, konservative Behandlung, Ultraschall-Therapie, HE-Induktionstherapie bis hin zur Stoßwellen-Therapie. Darüber hinaus kann die Methode für die Beurteilung der Quadrizeps- oder Patellarsehne am Knie sowie bei Muskelpathologien wie Zerrungen oder Muskelfaserrissen eingesetzt werden. Bei Patientinnen und Patienten, die am chronischen Schmerzsyndrom leiden, können unter anderem organisierte Muskelverspannungen, sogenannte Myogelosen und auch Triggerpunkte identifiziert und gezielt behandelt werden. „Wir nutzen die Elastografie außerdem für die Verlaufskontrolle einer Behandlung“, sagt Berthold.

Damit ergänzt die schonende und strahlungsfreie Elastografie die bisherigen konventionellen Ultraschalluntersuchungen am muskuloskelettalen System um eine weitere Facette: „Nur damit lassen sich aktuell Aussagen über die Belastbarkeit und Festigkeit von Muskeln, Sehnen oder Faszien treffen ohne invasiv zu werden“, betont Berthold. Elastografie wird in der Sportmedizin vermehrt eingesetzt, bleibt aber mit 40 bis 90 Euro eine Selbstzahlerleistung.

HS Gesundheit untersucht digitale Sprachtherapie bei Parkinsonpatienten
Studie im St. Josef-Hospital Bochum bereit für Start Ende September 2022.

Im Rahmen des Verbundprojektes „Kompetenzzentrum HUMAINE – Transfer-Hub der Metropole Ruhr für die humanzentrierte Arbeit mit KI“ untersucht ein Team des Studienbereichs Logopädie an der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum ein digitales Assistenzsystem für die logopädische Behandlung von neurogenen Sprechstörungen. Die Anwendung ISi-Speech, die in einem vorherigen Forschungsprojekt in Zusammenarbeit der HS für Gesundheit, der Technischen Universität Dortmund, dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) Oldenburg, der SpeechCare GmbH Leverkusen und der Linguwerk GmbH Dresden.

ISi-Speech steht für "Individualisierte Spracherkennung in der Rehabilitation für Menschen mit Beeinträchtigung in der Sprechverständlichkeit" und soll Patient*innen mit neurologischen Erkrankungen helfen, ihr oder ihre Sprechleistungen intensiv und mit individuellem Feedback zu trainieren. Die Therapie wird dabei von eine*r Logopäd*in begleitet und kann sowohl über eine App als auch über eine Webanwendung durchgeführt werden. Die automatische Spracherkennung sowie der Deep Learning-Mechanismus der Anwendung erlauben den Patient*innen ein individuelles Training in ihrem eigenen Tempo mit direktem Feedback auf die Lernerfolge.

"Wir werden über eine Dauer von einem Jahr eine Machbarkeitsstudie mit ISi-Speech durchführen. Das heißt, dass wir überprüfen, wie gut sich die Anwendung in den therapeutischen Alltag integrieren lässt und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit die Therapeut*innen und Patient*innen gut mit dem Angebot arbeiten können", erklärt Prof. Dr. Kerstin Bilda, Professorin im Studienbereich Logopädie an der HS Gesundheit und Leiterin des Teilprojekts 'KI-basierte Assistenzsysteme in Therapie und Pflege' im HUMAINE-Projekt.

Zu diesem Zweck arbeiten das Forschungsteam, zu dem an der HS Gesundheit auch die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Fiona Dörr und Anika Thurmann gehören, mit der Neurologischen Klinik des St. Josef-Hospital des Katholischen Klinikum Bochums zusammen. Dort bietet ein Team um den dortigen Leiter der Sektion Neurodegeneration Prof. Dr. Lars Tönges die sogenannte Parkinson-Komplextherapie (PKT) an. Das Ziel der zweiwöchigen, stationären Behandlung, Beratung und Therapie ist, die motorischen und nicht-motorischen Funktionen sowie die Lebensqualität und Teilhabe der Betroffenen zu verbessern.

Innerhalb der Parkinson-Komplextherapie wollen die Wissenschaftlerinnen nun über ein Jahr lang die Sprachtherapie durch ISi-Speech ergänzen. Dazu werden die Logopäd*innen der neurologischen Station durch Schulungen auf den Einsatz der Anwendung und die Beratung vorbereitet. Im Rahmen der Studie ist zudem eine Eigentrainingsphase im häuslichen Setting vorgesehen, dort können die Teilnehmenden der Studie die Anwendung 14 Tage kostenlos zu Hause nutzen. An insgesamt drei Messzeitpunkten sind Fragebögen und Interviews mit den Logopäd*innen und den Patient*innen geplant. Darin möchten die Forscherinnen überprüfen, wie die Therapeut*innen und Patient*innen mit der Anwendung zurechtkamen und ob ihre vorherige Einstellung zu neuen Therapiemethoden Auswirkungen auf deren Anwendung hatte.

"Für uns ist diese Studie aus zwei Gründen besonders relevant: Zum einen nimmt die Zahl der Parkinsonpatient*innen in Deutschland immer weiter zu. Die Deutsche Parkinsongesellschaft geht davon aus, dass aktuell 400.000 Menschen in Deutschland betroffen sind. Zum anderen sind Machbarkeitsstudien im klinischen Setting wie hier im Rahmen der Parkinsonkomplextherapie in Deutschland sehr selten. Wir freuen uns deshalb besonders, dass wir diese Studie zusammen mit dem St. Josef Hospital umsetzen können", erklärt Bilda.

Wer sich weiter über die Forschung zu ISi-Speech und weitere Projekte des HUMAINE Kompetenzzentrums informieren möchte, ist herzlich eingeladen, am 04. Oktober 2022 an dem Ideenlabor "KI in den Gesundheitsberufen" in den Räumlichkeiten der Hochschule für Gesundheit teilzunehmen. Weitere Informationen zum Programm und der Anmeldung unter: https://www.hs-gesundheit.de/news-events/details/ideenlabor-kuenstliche-intelligenz-in-den-gesundheitsberufen

Die 5 schlimmsten und schädlichsten Lebensmittel bei Rückenschmerzen
Wie die Wahl der richtigen Lebensmittel das Wohlsein des Rückens fördert

Einige Experten glauben, dass Entzündungen ein Schlüsselfaktor für Rückenschmerzen sein können. Hier können die falschen Lebensmittel einen fatalen Einfluss nehmen, und die Schmerzen verschlimmern.

Eine gesunde Ernährung ist der Schlüssel zur Gesundheit. Dass die Wahl der richtigen Lebensmittel auch bei Rückenschmerzen positive Auswirkungen hat, ist den meisten unbekannt. Hier erfahren Sie, welche Nahrungsmittel für einen schmerzfreien Rücken sorgen können - und welche eher gemieden werden sollten.

Generell gilt: Sogenannte Freie Radikale, die auch durch eine ungesunde Ernährung in den Körper gelangen, schwächen den Rücken und können zu Beschwerden führen. Ebenfalls wichtig für eine schmerzfreie Rückseite sind starke Knochen - doch manche Lebensmittel verlangsamen den Knochenaufbau; im schlimmsten Fall kann sogar ein Bandscheibenvorfall die Folge sein. Einem gesunden Rücken zuliebe sollte auf Folgendes verzichtet werden:

Alkoholische Getränke
Alkohol ist nicht nur entzündungsfördernd - es sorgt auch für einen Entzug von Nährstoffen in den Muskeln, die zudem durch Flüssigkeitsverlust übersäuern. Rückenschmerzen können die Folge sein.

Frittiertes
Ob Pommes oder Zwiebelringe - Frittier Öl enthält Transfette, die Entzündungen und somit Rückenschmerzen fördern.

Süßes Gebäck & Co
Zuckerhaltiges ist nicht nur für Entzündungen verantwortlich, sondern entzieht dem Körper Kalzium. Die Folge: Weniger starke Knochen der sogar Osteoporose. Außerdem fördert eine zuckerhaltige Ernährung Übergewicht - und mehr Kilos bedeuten eine starke Belastung für den Rücken.

Weißbrot
Auch Brot aus Weizen fördert durch den hohen glykämischen Index - also den Einfluss auf den Blutzuckerspiegel - chronische Entzündungen und Übersäuerung, die sich durch Schmerzen im Rücken bemerkbar machen können.

Übermäßiger Fleischverzehr
Die in rotem Fleisch enthaltene Arachidonsäure lässt Entzündungen im Körper entstehen, welche sich vor allem durch Gelenkschmerzen bemerkbar machen. Vom Schulter- und Hüftgelenk aus können Schmerzen entstehen, die in den Rücken ausstrahlen.

Umgekehrt gibt es Lebensmittel, deren Zufuhr einen starken und gesunden Rücken unterstützt. Je mehr Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) enthalten sind, desto mehr profitiert der Rücken. Folgendes sollte beispielsweise auf dem Speiseplan stehen, um den Rücken - beispielsweise nach einem Bandscheibenvorfall - wieder zu kräftigen.

Ausreichend Flüssigkeit
Da der Körper zu einem Großteil aus Wasser steht, liegt es nahe, dass eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr das Wohlergehen unterstützt. Auch der Rücken profitiert immens: Vor allem die Bandscheiben enthalten eine große Menge an Wasser. Wer genug trinkt, kann von einem stabilen und elastischen Rücken profitieren.

Spinat
Das grüne Gemüse enthält zahlreiche Nährstoffe, die für einen stabilen Knochenaufbau maßgeblich sind. Vor allem Magnesium und Vitamin K sind es, die einem schmerzenden Rücken vorbeugen können.

Fettreicher Fisch
Damit Kalzium, welches ebenfalls für starke Knochen essenziell ist, aufgenommen werden kann, wird Vitamin D benötigt. Lachs, Hering und Co enthalten davon eine Menge.

Die richtige Ernährung kann der Schlüssel zu einer guten Rückengesundheit sein - trotzdem sollte bei Beschwerden wie etwa einem Bandscheibenvorfall dringend eine professionelle Behandlung erfolgen, um eine langfristige Verbesserung erzielen zu können.